Autor: Sylvia Labonde Seite 8 von 16

Die Geschichte von Mullahs Eseln

Lange Jahre überquerte Mullah Nasruddin immer wieder mit mehreren Eseln eine Grenze. Die Zollbeamten kannten ihn schon, und da die Esel des Mullahs schwer beladen waren und übervolle Satteltaschen mit sich trugen, waren die Zollbeamten überzeugt, der Mullah müsse ein Schmuggler sein.

Sie durchsuchten seine Ladung immer wieder von oben bis unten, sie machten Leibesvisitationen, durchsuchten die Taschen und Gewänder des Mullahs, und manchmal verbrannten sie einen Teil der Ladung oder tauchten sie ins Wasser ein, um auf diese Weise dem Geheimnis auf die Spur zu kommen. Mal fanden sie alte Töpfe und Krüge, verblichene Tücher oder verbeulte Hüte. Mal fanden sie Brennholz in den Satteltaschen des Mullahs, mal Farben und Gewürze, sogar zerfranste Teppiche oder zerbrochene Gewerke. Aber nie stießen sie auf etwas, das die Schmuggelware hätte sein können. Wenn sie Nasruddin fragten, warum er die Grenze immer wieder überquere, neigte dieser stets den Kopf zu Seite und sagte: „Nun, ich bin Schmuggler.“

Aber nie konnten die Zollbeamten Mullah Nasruddin etwas nachweisen. So mussten sie ihn immer wieder ziehen lassen. Dem Mullah schien es mit der Zeit immer besser zu gehen, stetig vermehrte er seinen Reichtum, und eines Tages setzte er sich zur Ruhe.

Viele Jahre später traf einer der Zollbeamten von damals den Mullah wieder. Er sprach ihn an: „Höre, Mullah Nasruddin, du bist wie ich längst im Ruhestand. Ebenso wie ich, weißt du, dass deine Taten heute verjährt wären, wenn es denn so gewesen sein sollte, dass du wirklich ein Schmuggler warst. Ich bin mir sicher, dass es so war. Verrate mir also, was es war, das du damals an uns vorbeigeschmuggelt hast.“

Der Mullah Nasruddin neigte seinen Kopf leicht zur Seite und sagte:

„Nun, es waren die Esel.“

Aus „Das innere zuhause – was Spiritualität heute bedeuten kann“ von einem meiner Lehrer Samarona Buunk

 

Wiederholungszwang

„Die Überwindung des Wiederholungszwanges ist die schwerste Aufgabe für den Patienten und den Therapeuten, weil hier der Ort des größten unbewussten Widerstandes, der größen Beharrlichkeit des Patienten liegt.“

Aus: „Wer hat Angst vor Sigmund Freud?“ von Sieglinde Eva Tömmel

Urlaub

U rlaub ist dann Urlaub, wenn ich eine

R eise im innen und außen mit dem

L iebsten in schöner Umgebung erlebe, viele

A ugenblicke sammeln kann ohne auf die

U hr zu schauen und genährt, berührt und inspiriert von

B egegnungen heim komme … und auch dort wieder gern sein mag.

@KunstFrau

Versagen in der Liebe

„Für das Versagen in der Liebe gibt es keinen Ausgleich.“

„Einen ‚Ausgleich‘ kann nicht der schaffen, der die Liebe verletzt hat, sondern nur der, der in seiner Liebe verletzt wurde. … die Verletzung der Liebe, … wird nur ‚ausgeglichen‘ und in ihren negativen Folgen getilgt durch Vergebung, also das Aufgeben meiner Ansprüche an den anderen.“

Aus „Trennungsschmerz und Neubeginn“ von Hans Jellouschek

Handlungsfähigkeit

„Alles, was die Handlungsfähigkeit des Körpers steigert, verringert, einschränkt oder erweitert,

steigert, verringert, beschänkt oder erweitert auch die Handlungsfähigkeit des Geistes.

Und alles, was die Handlungsfähigkeit des Geistes steigert, verringert, beschränkt oder erweitert,

steigert, verringert, beschränkt oder erweitert auch die Handlungsfähigkeit des Körpers“

von Baruch Spinoza (1632-1677)

entdeckt im Buch „Trauma-Heilung, Das Erwachen des Tigers“ von Peter A. Levine

Mein Gefühl

„Denn wer liebt, riskiert zu leiden.
Wer nicht liebt, leidet schon.“

Aus dem Stück „Mein Gefühl“ von Bodo Wartke

Das Motiv

„Tu, was Du tust, aus Liebe.
Tu es nicht aus Angst.“

Aus dem Stück „Das Motiv“ von Bodo Wartke

Sommer

S  ommer ist, wenn der

O  stwind schläft und ich vom

M  orgengrauen bis zum

M  ondenschein Sonne, die

E  infachheit des Lebens und warmen

R  egen auf der Haut spüren kann.

@KunstFrau

Frieden

F rieden kann ich spüren, wenn

R uhe in mir einkehrt, ein gegenwärtiges

I nnehalten stattgefunden hat, die

E insicht meiner Unzulänglichkeiten und

D emut gegenüber allem Leben entsteht, welche im

E rkennen und Leben meiner Fähigkeiten im

N achgeben, Vergeben und Lieben ihre Vollendung findet.

@KunstFrau

Regressiv

„Ich hasse das Wort „regressiv“, es ist ein Wort, mit dem man mir bestimmte Wünsche und Bilder austreiben will, es ist ein hartes, scharfes, spöttisches und lebloses Wort, es ist eines von den Worten, die all jene gerne benutzen, die mir nicht  erlauben wollen, so zu sein, wie ich nun einmal bin, oder die sich nicht die geringste Mühe geben, zu verstehen, warum ich so bin, wie ich bin.“

Aus „Die Erfindung des Lebens“ von Hanns-Josef Ortheil

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